Diesel oder Benzin - was lohnt sich für dich?
Diesel gilt als die günstigere Wahl. Das stimmt beim Verbrauch, aber nicht automatisch bei den Gesamtkosten. Entscheidend ist, wie viel du im Jahr fährst und was du dafür bei der Anschaffung mehr zahlst.
Der Verbrauchsvorteil ist real
Ein Dieselmotor holt aus einem Liter mehr Energie und arbeitet im Teillastbereich effizienter. In vergleichbaren Fahrzeugen liegt der Verbrauch typischerweise 15 bis 25 Prozent unter dem des Benziners. Bei einem Mittelklassewagen sind das grob 5,5 statt 7,0 Liter je 100 Kilometer.
Dazu kommt die niedrigere Mineralölsteuer auf Diesel. Beides zusammen ergibt bei gleicher Strecke spürbar niedrigere Spritkosten, solange der Literpreis nicht deutlich über dem von Super 95 liegt.
Was auf der anderen Seite der Rechnung steht
Der Dieselmotor ist in der Anschaffung teurer. Je nach Modell liegt der Aufpreis zwischen 1.500 und 3.000 Euro. Dazu kommen in Österreich die motorbezogene Versicherungssteuer, die sich an Leistung und CO2 orientiert, sowie meist etwas höhere Wartungskosten durch Partikelfilter und Abgasnachbehandlung.
Ein Punkt wird oft unterschätzt: Dieselmotoren mögen keine Kurzstrecke. Wer überwiegend wenige Kilometer im Stadtverkehr fährt, riskiert einen zusetzenden Partikelfilter und Reparaturen, die den Spritvorteil mehrfach auffressen.
- Anschaffung: 1.500 bis 3.000 Euro Aufpreis gegenüber dem Benziner.
- Wartung: Partikelfilter und Abgasnachbehandlung kosten über die Jahre mehr.
- Kurzstrecke: unter etwa 15 Kilometern je Fahrt ist Diesel technisch die schlechtere Wahl.
- Wiederverkauf: bei jungen Fahrzeugen noch stabil, bei älteren Dieseln zunehmend unsicher wegen Fahrverboten in Nachbarländern.
Ab wann sich Diesel rechnet
Die Faustformel: rechne den Mehrpreis der Anschaffung gegen die jährliche Spritersparnis. Bei 2.000 Euro Aufpreis und einer Ersparnis von 1,5 Litern je 100 Kilometer amortisiert sich der Diesel bei einem Literpreis um 1,80 Euro nach etwa 74.000 Kilometern.
Bei 10.000 Kilometern im Jahr dauert das über sieben Jahre, bei 25.000 Kilometern knapp drei. Wer weniger als rund 15.000 Kilometer jährlich fährt, fährt mit dem Benziner in Summe meist günstiger, besonders wenn viel davon Kurzstrecke ist.
Rechne deine eigene Zahl nach: trag im Spritpreisrechner einmal deinen Dieselverbrauch und einmal den Benzinverbrauch samt aktuellem Literpreis ein und stelle die Jahreskosten gegenüber.
Wann Benzin klar die bessere Wahl ist
Für Stadtfahrzeuge, Zweitwagen und alle mit Jahresfahrleistungen unter 12.000 Kilometern spricht fast alles für den Benziner: günstigere Anschaffung, einfachere Technik, keine Probleme mit Kurzstrecken, keine Sorge vor künftigen Einfahrtsbeschränkungen.
Auch bei überwiegend gemischtem Fahrprofil mit vielen kurzen Wegen ist der Benziner in der Praxis oft die entspanntere Wahl, selbst wenn die reine Spritrechnung knapp für den Diesel spricht.
Häufige Fragen
Ab wie vielen Kilometern lohnt sich ein Diesel?
Als grobe Grenze gelten 15.000 Kilometer im Jahr. Darunter fressen Anschaffungsaufpreis, höhere Wartung und Versicherung den Spritvorteil in der Regel auf. Entscheidend ist neben der Kilometerzahl auch die Streckenlänge je Fahrt.
Ist Diesel schlecht für Kurzstrecken?
Ja. Der Partikelfilter braucht regelmäßig hohe Abgastemperaturen, um sich freizubrennen. Wer überwiegend unter 15 Kilometer am Stück fährt, erreicht diese Bedingungen selten, und der Filter setzt sich zu.
Warum ist Diesel manchmal teurer als Benzin?
Europa verbraucht mehr Diesel als es produziert und importiert die Differenz. Bei Lieferengpässen oder hoher Heizölnachfrage im Winter steigt der Dieselpreis so stark, dass er den Steuervorteil überholt.
Wie viel spare ich mit dem richtigen Tankzeitpunkt?
Zwischen der günstigsten und der teuersten Tankstelle einer Stadt liegen oft 10 bis 15 Cent je Liter. Bei einer 50-Liter-Füllung sind das 5 bis 7,50 Euro, unabhängig davon, ob du Diesel oder Benzin fährst.
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Datenquelle: E-Control