Warum steigen die Spritpreise?

Preise an der Zapfsäule steigen schnell und fallen langsam. Das ist keine Einbildung, sondern eine Folge davon, wie der Markt und die österreichische Preisregel zusammenspielen.

Die kurzfristigen Auslöser

Innerhalb weniger Tage bewegen im Wesentlichen drei Dinge den Preis: der Produktpreis für fertigen Diesel und Benzin an den europäischen Handelsplätzen, der Euro-Dollar-Kurs und die Verfügbarkeit aus den Raffinerien.

Ein Raffinerieausfall, ein Streik an einem großen Umschlagplatz oder ein niedriger Rheinpegel, der die Binnenschifffahrt bremst, wirken innerhalb von Tagen. Der Rohölpreis selbst ist dabei nur der Ausgangspunkt, nicht der direkte Treiber.

Die strukturellen Treiber

Über Monate und Jahre wirken andere Kräfte: die Förderpolitik der OPEC+, die Nachfrage aus Asien, die europäische CO2-Bepreisung für Kraftstoffe und Anpassungen der Mineralölsteuer.

Die CO2-Bepreisung schlägt planbar durch, weil ihre Erhöhungsschritte gesetzlich festgelegt sind. Sie ist der einzige Preisfaktor, dessen Richtung mittelfristig feststeht.

  • Förderpolitik: Kürzungen der OPEC+ verknappen das Angebot und heben das Preisniveau.
  • Wechselkurs: Rohöl wird in Dollar gehandelt, ein schwacher Euro verteuert jeden Liter in Österreich.
  • CO2-Bepreisung: schlägt in festgelegten Schritten auf den Literpreis durch.
  • Nachfrage: Reisesaison im Sommer bei Benzin, Heizperiode im Winter bei Diesel.

Warum es schneller rauf als runter geht

Steigt der Einkaufspreis, geben Tankstellen ihn zügig weiter, weil ihre Marge sonst sofort schrumpft. Sinkt er, wartet jede Station ab, ob die Konkurrenz zuerst nachgibt. Der Preis fällt deshalb schrittweise über mehrere Tage statt in einem Sprung.

In Österreich verstärkt die Spritpreisverordnung dieses Muster sichtbar: Erhöhungen sind nur einmal täglich um 12:00 Uhr erlaubt, Senkungen jederzeit. Das erzeugt den typischen Sägezahn mit einem Sprung zu Mittag und einer langsamen Abwärtsbewegung über Nachmittag und Abend.

Was du daraus machen kannst

Den Markt kannst du nicht timen. Was du steuern kannst, ist die Wahl der Tankstelle: der Preisabstand innerhalb einer Stadt ist an jedem einzelnen Tag größer als das, was du durch Warten auf einen besseren Tag gewinnst.

Zweitens der Zeitpunkt innerhalb des Tages: vormittags vor der 12-Uhr-Erhöhung und spät am Abend liegen die Preise systematisch niedriger als kurz nach Mittag. Beides zusammen bringt zuverlässig mehr als jede Prognose.

Häufige Fragen

Warum steigen die Spritpreise vor Feiertagen?

Vor Wochenenden und Ferienbeginn steigt die Nachfrage planbar, und die Bereitschaft der Autofahrer, für den Vergleich einen Umweg zu fahren, sinkt. Beides erlaubt es Tankstellen, ihre Spanne auszuweiten.

Warum sinken die Preise nicht so schnell, wie sie steigen?

Weil eine Erhöhung die Marge sofort schützt, eine Senkung sie sofort kostet. Jede Station wartet daher ab, ob die Konkurrenz zuerst senkt. In Österreich kommt hinzu, dass Erhöhungen nur einmal täglich erlaubt sind, Senkungen aber jederzeit, was den Abwärtsverlauf in viele kleine Schritte zerlegt.

Hat die CO2-Bepreisung den Sprit verteuert?

Ja, sie ist ein fixer Aufschlag je Liter und steigt in gesetzlich festgelegten Schritten. Anders als der Weltmarktpreis ist ihre Richtung damit vorhersehbar.

Kann ich Preisanstiege vorhersagen?

Kurzfristig nicht verlässlich. Planbar ist nur das Tagesmuster: um 12:00 Uhr ist die einzige erlaubte Erhöhung, danach geht es tendenziell wieder abwärts. Alles andere hängt an Faktoren, die sich täglich ändern.

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Datenquelle: E-Control

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